Wenn mich jemand in den letzten beiden Tagen gefragt hätte wie es mir so geht, hätte ich wahrheitsgemäß wohl antworten sollen "angespannt.", denn genau dieses Gefühl verfolgt mich beständig. Anspannung. Ich muss an meiner Hausarbeit arbeiten, bin aber ausgelaugt und habe keine Lust mehr noch mehr Energie in mein Studium zu investieren, das ich in meiner Gefühlswelt schon als erfolgreich abgeschlossen vermerkt habe. Anspannung. Ich habe die wichtigste mündliche Prüfung in zwei Tagen vor mir, die ich mir vorstellen kann und habe nicht den geringsten Schimmer was auf mich zukommt. Eine Reise. Ein vorletztes Wiedersehen. Anspannung. Morgen entscheidet sich zumindest auf einer von beiden Seiten, ob Spanien in greifbarer Nähe ist. Jonas hat sein Vorstellungsgespräch und kann dann einschätzen, was das für eine Stelle ist und ob er sie antreten möchte. Danach will er meine Hausarbeit korrekturlesen. Anspannung. Wie geht es weiter mit mir? Wie mache ich einen Lohnsteuerjahresausgleich? Was wird aus den Degus? Wie soll ich den riesigen Stapel Arbeitsamtzeugs durcharbeiten, wenn ich doch dauernd etwas zu tun habe? Wie war nochmal die Adresse, die Meli mir gegeben hat, wegen Nachhilfe? ... Mein Kopf brummt. Er ist angespannt. Es ist kein durchweg negatives Gefühl. Ich habe eine Aufgabe. Ich habe ein Zuhause. Ich habe Leute, denen ich wichtig bin. Trotzdem, Anspannung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen