I believe I can fly

I believe I can fly

Dienstag, 12. Juli 2011

30.5. und Geblubber

Am Montag danach gab es dann tatsächlich schon die Zusage! Ivonne hat uns direkt zugesagt, dass wir anfangen und wir uns aussuchen können, ob wir als Starttermin lieber den 7.6. oder den 20.6. hätten. Da musste ich nicht lange nachdenken, der 7.6. war viel zu wenig Zeit um sich um alles zu kümmern, also haben wir uns für den 20.6. entschieden. Auch rückblickend noch eine sehr gute Entscheidung. Von da ab ging dann das Packen und soweiter los.

Als nächstes möchte ich vom 15.6. erzählen, das ist der Termin, an dem wir losgeflogen sind, aber dazwischen ist ja doch noch so einiges gewesen, von dem ich gerne erzählen möchte, also kommt jetzt noch ein allgemeiner Geblubberteil, in dem alles unterkommt, das nicht direkt mit einem Termin in Verbindung zu bringen ist, oder mir so nebenbei eingefallen ist usw. :)

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Mini-Rez über Laurell K. Hamiltons „Blue Moon“ loswerden. Der Roman ist auch Teil der, von mir so geliebten, Anita Blake-Reihe. Gundu, die mich unermüdlich mit weiterem Lesematerial dieses Zykluses versorgt, hat mich schon gewart, dass die Reihe immer weiter ins Unerträgliche abrutscht und irgendwann nur noch aus unsinnigen Sexszenen besteht. Ich glaube mit „Blue Moon“ einen Vorgeschmack darauf bekommen zu haben. Die Handlung ist mehr als nur konstruiert, die Heldin wird immer abhängiger und büßt ihre Vielschichtigkeit ein, die sie so monumental für den Feminismus der Vampirliteratur gemacht hat. Immer mehr wird Anita, anstatt eine resolute, gläubige Powerfrau zu sein, zum Spielball ihrer Liebhaber und ihrer magischen Kräfte. Die Botschaft dieses Romans scheint zu sein: „Hab Sex, dann lösen sich alle deine Probleme.“ Eine interessante alternative zum mittlerweile schon etwas ausgelatschten „Make Love, not War“, doch eigentlich hat Anita ja nur Zeit für Sex, wenn sie nicht gerade dabei ist jemanden umzubringen, jemanden toten wiederzubeleben, oder ein Verbrechen zu vertuschen. Was wurde aus unserer guten, alten Anita aus „Guilty Pleasures“? Ich werde weiterlesen, aber ich erhoffe mir nicht allzuviel davon. Mich würde dafür mal interessieren, wie die anderen Reihen von ihr sind, denn erzählen kann die gute Frau Hamilton, das muss man ihr lassen! Auch wenn die Handlung absolut dämlich ist, die Romane lesen sich flott und spannend.

Was mich zum nächsten literarischen Highlight der letzten Zeit bringt: Ricky. Es war wirklich schön vor der Abreise noch einen Termin zu finden um dem Heiligen Gral, ja unserer schützenden Hütte, die Zeit einzuräumen, die ihm gebührt (Zeit hier in Meter gemessen!)! Sobald wir Lautsprecher für unseren PC mit Skype haben, müssen wir unbedingt weiter in die Materie eintauchen!

Apropos Lautsprecher, wer etwas gutes auf die Ohren möchte, der sollte seine Zeit mit „Bard's Tale“ verschwenden! Das ist ein PS-Spiel mit sehr lustigen Dialogen, noch lustigeren Liedern und einer schönen Fantasy-Geschichte. Ich möchte gar nicht so viel spoilern, Interessenten, bitte melden, momentan hat das Spiel zwar glaube ich Jan ausgeliehen, aber wenn der durch ist verleihe ich es gerne und verbreite die frohe Botschaft.

Ach ja, Botschaft. Wir mussten zwar vor unserer Reise zu keiner Botschaft, dafür aber für unsere Krankenversicherung sorgen. Wir sind nur 11 Monate angestellt, was irgendwie das Äquivalent zu 400-Euro-Jobbern ist, womit ich sagen möchte, dass wir von unserer Firma aus nicht krankenversichert werden. Ich finde das eine hochgradige Sauerei, aber was will man machen. Also haben wir uns selbst drum gekümmert und nach einigem Hin und Her möchte ich an dieser Stelle allen Kurzzeitauswanderern dazu raten zur DKV zu gehen und sich dort zu versichern, NACHDEM die hiesige (deutsche) Versicherung abgelaufen ist, weil die eine 3-monatige Kündigungsfrist hat. Die meisten Auslandsversicherungen kann man nämlich nur abschließen, während man noch in Deutschland ist. Reichlich dämlich, denn dann zahlt man doppelt Beiträge für keinen Mehr-Service. Dann hatten wir uns überlegt und in Irland zu versichern, aber die DKV ist deutlich günstiger und leistet dasselbe (hoffentlich gar nix ;) Weil wir nicht krank werden :) ). Ich hoffe nur, dass wir jetzt nicht vergessen uns zu versichern, da wir erst Ende August unsere Versicherung abschließen können. Schöner Schreibkram wird da wieder auf uns zukommen, befürchte ich.

Wo wir gerade bei Schreibkram und Bürokratie sind. Ich habe doch tatsächlich (und Jonas auch) meinen Bewerbungsflug nach Dublin vom Arbeitsamt gezahlt bekommen! Erstaunlich, was? Erfreulich? Natürlich! Das sind immerhin knappe 200 Euro, die ich momentan sehr gut hier gebrauchen kann um zB Essen zu kaufen ;)

Da wir es eben von Essen haben, musste ich gerade denken, dass ja meine Fress-mäuse bei meinen Eltern wohnen. Hach, die Mäuse. Jeden Tag laufe ich hier am Meer entlang und hier hats riesige Löwenzähne und ähnliche Mampfpflanzen, jedes Mal muss ich an die Mäuse denken. Mir fehlt es schon total, wie sie tollen und ratteln und fiepen und ihren Scheiß-weit-wurf-wettbewerb in meinem Zimmer starten. Aber ich bekomme regelmäßig Videobotschaften und ich glaube die Lieben werden richtig verwöhnt :)

Wer auch verwöhnt wurde war der Kater. War. Leider ist der gute jetzt 2 Wochen weg und es besteht wenig Hoffnung, dass er nochmal wiederkommt. Ich möchte im Moment noch nicht drüber allzuviel reden, aber ich mache mir schon irgendwie Vorwürfe, ob er auch weggeblieben wäre, wäre ich dageblieben und hätte nach ihm suchen können. Auch der Kater fehlt mir. Aus diesem aktuellen, schrecklichen Anlass habe ich mein Hintergrundbild auf ein Sabberkaterbild gewechselt. Bevor ich geflogen bin, habe ich schon gesagt, dass ich ihn nicht mehr wiedersehe... ich hätte mir mehr Zeit führ ihn nehmen sollen, vernünftig Verabschieden... aber ich hatte gehofft, dass es nicht für immer sein würde.

Abschied ist immer schwer. So war auch die Abschiedsfeier von all den tollen Freunden in der Heimat schwer. Hier ein Foto von dem super Abschiedsgeschenkpaket von Gundu, Jan und Phil (jemand vergessen? Wenn ja, sry!).

Da weiß ich, dass es nicht für immer sein wird, aber ihr fehlt mir alle trotzdem. Ich würde so gern die Eindrücke teilen, aber ich bin dennoch froh, weg, raus, allein (ohne allein zu sein) zu sein und hier mich neu kennenzulernen. Mal sehen, wer ich bin, wer ich war und wer ich sein werde. Wie groß die Entfremdung wirken wird, wenn ich heimkehre...


So, damit ihr alle beruhigt seid. Das wars mit dem Geblubber. Der nächste Eintrag wird definitiv über die Wohnung sein und die Arbeit und all die Dinge, die euch seit Wochen unter den Nägeln brennen und womit ihr mich bombardiert ;)

Spätestens am Wochenende gibt es eine virtuelle Führung durch unser bescheidenes Domizil. Ich muss jetzt ins Bettchen, also Gute Nahacht.

Keine Kommentare: